Chronik der Ersten Schützengilde 1959 Retzstadt e.V.

Im Jahre 1959 entschloss sich eine Gruppe Retzstadter nach längeren persönlichen Gesprächen einen Schützenverein zu gründen. Der erste Versuch war ein Schlag ins Wasser. Die Initiatoren luden alle Interessenten am 1. April zu einer Gründungsversammlung ein, aber es kam fast niemand. Jeder dachte an einen Aprilscherz. Anders jedoch am 4. April 1959, dem Tag unserer Gründung. In der „Tucher Bierstube“ trafen sich Jung und Alt, um zusammen mit dem damaligen Gauschützenmeister Michael Gast und seinem 2. Gauschützenmeister Hofmann aus Versbach den Verein aus der Taufe zu heben.

Es waren damals 22 Mann, die bereit waren, die 1. Schützengilde Retzstadt zu gründen.
Auf dieser Gründungsversammlung wurde Karl Leppich als 1. Schützenmeister der Gilde gewählt. Die „Tucher Bierstube“ wurde unser Vereinslokal.
Aller Anfang ist schwer und so war es auch bei uns. Finanziell vor einem Nichts wurde damals beschlossen, eine Aufnahmegebühr von DM 5,-- und einen Monatsbeitrag von DM 0,50 zu erheben, um davon das erste Vereinsgewehr und Munition zu kaufen.

Der 1. Schützenmeister Karl Leppich stiftete den ersten Schießstand, der im Garten seines Anwesens aufgebaut wurde. Drei Wochen nach der Gründung begann das Schießen vom Nebenzimmer des Vereinslokals aus in den Garten. Die Beteiligung wurde immer stärker und deshalb musste schleunigst ein zweiter Stand gebaut werden.

Durch verschiedene Preis-, Königs- und Weihnachtsschießen konnten wir unsere finanzielle Lage etwas verbessern. Die Mitgliederzahl stieg laufend, und somit wurde unsere Schießanlage im Vereinslokal zu klein. Der Bau eines eigenen Schützenhauses wurde ins Auge gefasst. Der Verein kaufte ein Grundstück in der Gemarkung Düntel und bekam den Rest des benötigten Geländes von der Flurbereinigung zugeteilt. In mühevoller Kleinarbeit bastelte unser 1. Schützenmeister ein Modell des Schützenhauses, so wie wir es uns vorstellten. Nach Genehmigung der Pläne konnte das Werk begonnen werden. Nach Fertigstellung der Fundamente half uns eine Einheit der Bundeswehr, das Gelände zu begradigen. Im tiefsten Winter haben die Pioniere aus Hammelburg mit ihren Geräten innerhalb von vier Wochen den Platz eingeebnet.

Von nun an ging es stetig vorwärts. Jede freie Minute wurde am Neubau von den Schützen verbracht, um das Werk zu vollenden.
Nach feierlicher Grundsteinlegung im Jahre 1963 konnte dann 1964 der Rohbau fertiggestellt werden. Bis dahin hatten viele Schützen 200 Stunden und mehr ihrer Freizeit geopfert, um das Schützenhaus zu erstellen. Am 21. Juni 1964 war es endlich soweit, die Schützengilde zog in ihr neues Schützenhaus ein, nachdem der Ortspfarrer, Anton Stenger, die kirchliche Weihe vorgenommen hatte. Alle Ortsvereine und die gesamte Bevölkerung von Retzstadt nahmen an diesem Fest teil. Die neu gegründete Trachtenkapelle von Retzstadt sorgte für die Unterhaltung der Gäste.

Die Jahre schritten ins Land und auf den nunmehr sieben Luftgewehrständen nahmen drei Mannschaften unserer Gilde an den Rundenwettkämpfen teil. Auch sonst waren unsere Schützen auf vielen Festen vertreten und konnten so manchen schönen Preis als Erfolg ihrer Leistungen nach Hause bringen. Alles schien in bester Ordnung, bis plötzlich unser 1. Schützenmeister Karl Leppich durch schwere Krankheit und längerem Krankenhausaufenthalt sich nicht mehr in der Lage sah, sein Amt auszuführen.
Ein altes Volkslied sagt: „Wer lange ruht, der rostet“, und unter diesem Motto beschlossen die Mitglieder auch das Vereinsleben nicht rasten zu lassen. Nunmehr schuldenfrei gingen wir an die Anschaffung einer Vereinsfahne.

Die Firma Buri in Würzburg erstellte mehrere Entwürfe und fertigte auch schließlich unsere Vereinsfahne zum damaligen Preis von DM 3.000,-- an.
Mit neuem Mut hielten wir ein Festschießen in der Zeit vom 14. bis 30. Juli 1967 ab, an dem sich 114 Schützen beteiligten und welches ein großer Erfolg wurde.

Das Fest der Fahnenweihe begingen wir in der Zeit vom 12. bis 15. August 1967. Viele Schützen von Nah und Fern sowie alle Ortsvereine gaben uns die Ehre ihres Besuches.
Die Schirmherrschaft für das Fest übernahm der Landtagsabgeordnete, Walter Zeißner aus Gambach, die Patenschaft für die Fahne die Schützengilde aus Rimpar und als Fahnenpatin fungierte Fräulein Ursula Münch, der sechs Ehrendamen zur Seite standen. In einem Festgottesdienst am 13. August 1967 nahm unser Ortspfarrer die kirchliche Weihe der Fahne vor. Unter tatkräftiger Mithilfe aller Schützenmitglieder und deren Frauen sowie vielen freiwilligen Helfern wurde das Fest ein großer Erfolg.

Nun konnten wir endlich an die Verwirklichung eines langen Traumes unseres Schützenmeisters denken und eine Schützenkönigskette anschaffen. Er war es, der schon jahrelang Münze um Münze zusammentrug, um diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Bei der Firma Uhren-Endres in Würzburg wurde die Kette in Auftrag gegeben. Seit dieser Zeit ist es eine Ehre für jeden Schützenkönig, die Kette jedes Jahr um eine Münze mit seinem Namen zu bereichern. Heute stellt die Kette bereits ein wertvolles Stück Vereinsgeschichte dar.

Das Vereinsleben in unserer Gilde erfreute sich immer größerer Beliebtheit und die Mitgliederzahl wuchs. Damit ergaben sich neue Probleme, da die Schießstände zu wenig und die Aufenthaltsräume zu klein wurden.
Im Jahre 1972 bauten wir unser Schützenhaus um. Ein neuer Schießraum mit acht Luftgewehrständen mit Ziel ins Freie wurden angebaut und der frühere Schießraum zu einem gemütlichen Aufenthaltsraum umgestaltet. Auch dies konnte ohne jede finanzielle Hilfe, nur Dank der Mithilfe vieler Schützenmitglieder vollendet werden.
Im Jahre 1974 feierten wir unter der Schirmherrschaft unseres jetzigen Schützenkameraden Direktor Hermann Eberlein, damals Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Main-Spessart, unser 15jähriges Bestehen.
Auch diesem Fest ging ein Festschießen voraus, an dem sich 250 Schützen beteiligten.
Sportlich war dieses Jahr unser bisher Bestes, denn wir schafften mit zwei Mannschaften gleichzeitig den Aufstieg in die A-Klasse des Schützengaues Würzburg.

Nach dem Motto: „Kein Jahr ohne Ziel, kein Jahr ohne Arbeit“, begannen wir 1975 mit einem weiteren Umbau am Schützenhaus.
Ursprünglich war nur eine neue WC-Anlage und ein Abstellraum geplant. Doch während des Baues entschlossen wir uns kurzfristig, aus unserem Schützenhaus eine gemütliche Gaststätte mit herrlichem Blick auf den Ort und die umliegenden Weinberge zu bauen. Die Öffnungszeiten der Gaststätte waren damals regelmäßig Freitag und Sonntag.
Diese Maßnahme, vor allem Verputz- und Außenarbeiten, sowie die Anlage eines Parkplatzes war wiederum mit sehr viel Arbeit verbunden, die ausschließlich durch Eigenleistung bewältigt wurde.

Erfreulich auch die stetig steigende Anzahl der Vereinsmitglieder. Von damals 113 Mitglieder waren 48 Jugendliche und Junioren (48%), was für die Zukunft Hoffnung gab.

Vom 8. bis 11. Juni 1979 feierten wir unter der Schirmherrschaft von Alois Konstantin Erbprinz zu Löwenstein unser 20jähriges Gründungsfest, dem wiederum ein gut besuchtes Festschießen vorausging.

Stolz ist die Schützengilde auf den in Eigenleistung angelegten Kinderspielplatz mit Großschaukel, Rutsche, Spielgeräten, Steingrill, Steintisch und Ruhebänken. Dieser Spielplatz unter den inzwischen groß gewachsenen Kastanien war der erste dieser Art in Retzstadt und allen Kindern zugänglich.

Die Zahl der Mitglieder im Jahre 1979 lag bei 136, davon waren 62 Jugendliche und Junioren.
Vom 1. bis 4. Juni 1984 feierten wir im großen Zelt auf dem Retzstadter Festplatz unser 25jähriges Jubiläum. Auch diesem Fest ging ein Festschießen voraus, an dem sich 279 Schützen aus Nah und Fern beteiligten.

Im Jahre 1985 war es dann wieder mal soweit, ein neuer Umbau stand vor der Tür. Da die aktiven Schützen über schlechte Schießbedingungen klagten und die meisten Schützenvereine schon mit einem überdachten Schießstand ausgerüstet waren, konnte unsere Schützengilde nicht nachstehen und plante eine Schießhalle.
Am 9. März 1985 begannen wir mit den Arbeiten und am 2. November war das Werk mit einer Eigenleistung von 2.933 Stunden vollbracht.
Nun haben wir eine Schießhalle mit acht elektrischen Zugständen, die zu zwei Dritteln unterkellert ist. Außerdem wurde eine zentrale Gasheizung installiert, die immer für wohlige Wärme bei unseren Veranstaltung sorgt.
Dieser Bau wurde bis auf eine freiwillige Leistung des Landkreises Main-Spessart in Höhe von DM 800,-- aus eigenen Mitteln erstellt.

Im Jahre 1987 konnten wir den ersten Gauschützenkönig aus unseren Reihen feiern. Hilmar Monz errang diesen Titel beim Vergleichsschießen des Gaues Würzburg. Mit einem 21,1-Teiler konnte er sich bei seinen 600 Mitstreitern durchsetzen. Im darauffolgenden Jahr errang er sogar die Würde als Bezirksschützenkönig.

In der Zeit vom Januar 1989 bis 2. September 1989 befand sich der Schützenverein in einer Krise, denn es war niemand im Verein, der den Posten des Vorstandes besetzen wollte.
Nach mehreren Sitzungen und Versammlungen erklärte sich Wolfgang Siegler bereit dieses Amt zu übernehmen und die gesamte Schützengilde konnte wieder aufatmen.

Zu dieser Zeit, vom 10. bis 12. Juni 1989 feierten wir unser 30jähriges Jubiläum, was beweist, dass es im Verein selber keinen Notstand gab. Das Fest fand auf unserem Spielplatzgelände statt und erfreute sich einer großen Anzahl von Besuchern.
Der Festzug, bestehend aus 22 Gastvereinen mit drei Musikkapellen und insgesamt 1.500 Teilnehmern, schlängelte sich durch das Dorf in den festlich geschmückten „Düntel“. Die Veranstaltung war für uns in jeder Hinsicht ein voller Erfolg, was wir besonders unserem Schützenkameraden Richard Full verdanken, der den Verein in dieser „Krisenzeit“ kommissarisch leitete.


Im Jahre 1993 konnte der Schützenverein mit 150 Mitgliedern den bis dahin höchsten Mitgliederstand verzeichnen. Im aktiven Wettkampf befanden sich zu dieser Zeit drei Mannschaften der Schützenklasse und eine Jugendmannschaft.

Ein weiterer Umbau des Schützenhauses, der vor allem den Eingangsbereich und die Vergrößerung der  Küche betraf, erfolgte im Jahr 1997. Hier waren im Außenbereich mit Erdaushub, Abbrucharbeiten, Bodenplatte betonieren, das Aufmauern des neuen Treppenaufganges, Dachverlängerung, Einsetzen der neuen Eingangstüre sowie des Küchenfensters jede Menge Arbeitsstunden der Mitglieder zu leisten.  Anschließend standen im Küchen- und Thekenbereich die Durchbrucharbeiten, Installations- und Fliesenlegerarbeiten, Deckenverkleidung sowie die Umsetzung der Küchenplanung an.
Hier wurde für die Verwirklichung einer „gastronomie-tauglichen Küche“ ein moderner Insel-Edelstahl-Gasherd mit Dunstabzug, Edelstahlspüle und Edelstahlhängeschrank angeschafft. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Umbauphase und unzähligen Arbeitsstunden unserer Mitglieder erstrahlte unser Vereinsheim in neuem Glanz.

Das 40-jährige Gründungsjubiläum feierten wir unter der Regie des 1. Schützenmeisters Adolf Pfister im Rahmen unseres Weinfestes vom 22. – 23. Juli 1999 mit zahlreichen Gastvereinen auf unserem Schützengelände.

Ab Herbst 1999 musste unser Verein wieder eine längere Krise überstehen, was vor allem die Vereinsführung, die Vereinsaktivitäten, die Motivation der Mitglieder und damit die  Zukunftsperspektiven betraf. Nach unzähligen Diskussionen und Treffen im Vereinsheim wie auch privat und nach Vorarbeiten einiger Mitglieder fand sich bei der Jahreshauptversammlung am 6. März 2001 erfreulicherweise eine neue Vorstandschaft und die evtl. bevorstehende Vereinsauflösung konnte zum Glück noch einmal abgewendet werden. Unter der Führung des neuen 1. Schützenmeisters Martin Eisenbacher sollte sich mit der neuen Vorstandschaft eine tat- und schlagkräftige Truppe finden, welche den Schützenverein wieder auf die Beine gebracht hat und nun in die Zukunft führt.

Mit der Renovierung bzw. Umrüstung unserer Heizungsanlage war im Jahr Oktober 2001 eine weitere große Investition für unser Schützenhaus erforderlich, welche von der Fa. Schneider aus Stetten durchgeführt wurde.

Im Jahr 2003 konnte erstmals in der Vereinsgeschichte eine Dame die Schützenkönigswürde erringen. Nachdem unser 1. Schützenmeister Martin Eisenbacher die Königsproklamation wieder mit viel Witz und Spannung zelebriert hatte, konnte Ute May mit einem 51,1 Teiler  völlig fassungslos die begehrte Königskette entgegen nehmen. Dieses Highlight des Jahres wurde natürlich bis in die Morgenstunden gebührend gefeiert.

Für die Instandhaltung und Modernisierung unseres schmucken Vereinsheimes stand im Jahr 2004 der Einbau von neuen Küchenmöbeln durch unsere Vereinsmitglieder Hilmar und Hans-Peter Monz sowie im Jahr 2006 die Wärmedämmung des Schützenhausdaches und der Thekenumbau mit Einbau einer neuen Kühltheke und Thekenschrank an. Der neue Thekenschrank, welcher von Hans-Peter entworfen wurde, ist mit seiner eingearbeiteten Zielscheibe an der Vorderseite ein echter Blickfang bei unseren Gästen. Auch bei dieser gesamten Umbau-Aktion waren wieder viele fleißige Mitglieder im Einsatz

Ebenfalls im Jahr 2006 trat die von Jugendleiter Wolfgang Siegler - im Rahmen seiner vorbildlichen Jugendarbeit -  neu gegründete Jugendmannschaft in das aktive Wettkampfgeschehen ein. Hier begannen u.a. die Nachwuchsschützen Markus Keller und Steffen Rothenhöfer ihre erfolgreiche Aktiven-Laufbahn.

Auch zum gemeindlichen Leben trug die Schützengilde regelmäßig bei, indem z.B. die Maibaumaufstellung ausgerichtet wurde oder im Rahmen des sommerlichen Ferienprogramms  der Gemeinde Retzstadt zum Schnupperschießen eingeladen wurde.

Den 50. Geburtstag der Schützengilde feierten wir wieder standesgemäß unter Federführung des 1. Schützenmeisters Martin Eisenbacher vom 24. – 27. Juli 2009 an unserem schönen Schützengelände. Mit der Retzstadter Bevölkerung, den Ortsvereinen, zahlreichen Gastvereinen und den Böllerschützen,  die zum Jubiläumsfestzug anreisten, unseren Ehrendamen mit dem stolzen Ehrendamenführer Hilmar Monz und der amtierenden Schützenkönigin Uschi Kunze schlängelte sich der Jubiläumsfestzug mit über 700 teilnehmenden Personen durch unsere herrlich geschmückte Winzergemeinde zum Schützenhaus. Das Festwochenende wurde musikalisch begleitet von den 3 „Retzstadter“ Bands: „Fallout“, „Resus“ und “Dsus IV“, natürlich von den Retzstadter Musikanten, dem Spielmannszug Retzbach mit einer tollen Show-Einlage nach dem Festzug, den Binsfelder Musikanten und dem  tollen Finale zum Festausklang am Montag mit den „Wiesenfeldern“.

Im Jahr 2012 hat sich die Schützengilde Retzstadt vom 6. - 7. Oktober an dem bundesweit erstmals durchgeführten „Wochenende der Schützenvereine“ sehr erfolgreich beteiligt.  Neben den zahlreichen sportlichen Angeboten kam natürlich auch der gesellige Teil, u.a. mit einem zünftigen fränkischen Federweißenabend, nicht zu kurz.

Der Bogen-Schießsport - die Faszination von Pfeil und Bogen - welcher sich aus dem traditionellen Bogenschießen zu einer modernen Sportart entwickelt hat, hat seit dem Frühjahr 2013 auch bei der Schützengilde Retzstadt Einzug gehalten. Durch die Anschaffung des kompletten erforderlichen Equipments ist es jedem Interessierten möglich, unter fachkundiger Anleitung unserer ausgebildeten Bogenschützen, dieses moderne Sportgerät auf unserem Vereinsgelände auszuprobieren. Grundkurse im Bogenschießen werden bei Bedarf angeboten und das Schnupperschießen ist im Sommer-Halbjahr bei trockener Witterung an jedem 1.und 3. Sonntag im Monat für Jedermann möglich.

Der bislang größte sportliche Erfolg unserer aktiven Mannschaftsschützen ist im Jahr 2014 zu verzeichnen. Mit den „Jungschützen“ Markus Keller, Steffen Rothenhöfer, Marcel Lehrmann und Leonard Endrich, gelang erstmals in der Vereinsgeschichte einer Mannschaft der Aufstieg in die Gauliga. Dies ist nicht zuletzt ein großer Verdienst von Wolfgang Siegler, der im Februar 2013 leider viel zu früh verstorbene ehemalige Jugend- bzw. Sportleiter. Er hat bei den Jungs vorbildlich den Grundstock für die spätere so erfolgreiche Teilnahme am Wettkampfsport und im Vereinsschießsport gelegt. Gleich in ihrem ersten Wettkampfjahr konnten sie mit einem Mannschaftsergebnis von 1431 Ringen den legendären Vereinsrekord aus dem Jahr 1990 (!!) toppen, der bislang bei 1426 Ringen lag.

Im Januar 2015 titelt die Schützengilde Retzstadt „Wir sind Gauschützenkönig“. Zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte kommt nach unserem Schützenmitglied Hilmar Monz, dem dies zuletzt vor 27 Jahren gelang, der Gauschützenkönig aus Retzstadt.  Mit einem hervorragenden 63,1 Teiler gelang es dem amtierenden Schützenkönig 2013/2014 Steffen Rothenhöfer den begehrten Titel des Gauschützenkönigs des Schützengaues Würzburg nach Retzstadt zu holen. Den Empfang der wertvollen Gaukönigskette und der Gau-Standarte haben wir mit zahlreichen Mitgliedern beim Gaukönigsball in Rimpar bis in die späte Nacht gefeiert.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung am 8. März 2016 wurde unser Mitglied Hilmar Monz zum ersten Ehrenmitglied unseres Vereins ernannt. Hilmar Monz, der fast auch Gründungsmitglied gewesen wäre, (O-Ton von Hilmar: „ …hatte an dem Tag aber kein Geld dabei …“) trat 4 Tage nach der offiziellen Gründung des Vereins der Schützengilde bei. Er gehörte insgesamt 16 Jahre der Vorstandschaft an, war als unser ortsansässiger „Vereins-Schreiner“ bei allen Baumaßnahmen an vorderster Front, war 1987 Erster Gauschützenkönig, 1988 Erster Bezirksschützenkönig aus dem Gau Würzburg, gewann unzählige Preise bei Fest- und Jubiläumsschießen und war insgesamt acht mal unser Schützenkönig; das erste Mal 1966 und zuletzt 2006. Über 40 Jahre nahm Hilmar an den Rundenwettkämpfen teil. Er stiftete zahlreiche Scheiben, u.a. unsere schöne Holz-Schützenkönigsscheibe, welche unseren Gastraum schmückt sowie diverse Ehrenpokale  und er übernahm bei unserem 50. Gründungsfest voller Stolz das Amt des Ehrendamenführers.

Aktueller Stand im Sommer 2016:

Der aktuelle Mitgliederstand unseres Vereins beträgt z. Zt. 123 Mitglieder.

Zu den Aktivitäten der Schützengilde zählt zum heutigen Stand  der Kappenabend am Faschingswochenende, der traditionelle Jahrtag mit Kirchgang und  anschließendem gemütlichen Beisammensein mit Bilderschau des vergangenen Jahres, das Vereinspokalschießen der Ortsvereine und Gruppierungen mit Siegerehrung der Mannschaften und Einzelschützen am Sommerabend. Hier findet inzwischen auch die Vereinsmeisterschaft im Bogenschießen statt. Am darauf folgenden Wochenende schließt sich dann das gesellige Familienzelten am Schützengelände an, welches ohne Unterbrechung bereits seit 2003 durchgeführt wird. Den Höhepunkt des Vereinsjahres bildet dann das alljährliche Weihnachtsschießen mit der Vorweihnachtsfeier am 3. Adventswochenende. Die Königsproklamation und die Christbaumversteigerung sind nur ein paar Highlights dieses Abends.

Die Teilnahme an Festzügen und Festschießen ist ebenfalls ein fester Programmpunkt der 1. SG Retzstadt sowie natürlich die monatlichen Vereinsstammtische und auch noch weitere gesellige Abende, wie z. B. der Federweißenabend.

Zur Zeit nehmen 2 Mannschaften jeweils in der Gauliga sowie in der A-Klasse des Schützengaues Würzburg an der laufenden Wettkampfrunde mit dem Luftgewehr teil. Die wöchentlichen Trainingszeiten finden jeweils am Montag und Donnerstag um 19 Uhr im Schützenhaus am Schießstand statt.

Das Bogenschießen kann in den Sommermonaten von Jedermann jeweils am 1. und 3. Sonntag im Monat am Schützengelände ausprobiert werden. Ab 14.00 Uhr stehen unsere Bogenschützen mit ihrer Fachkenntnis und dem erforderlichen Equipment allen Interessierten gerne zur Verfügung.

Unser schmuckes Vereinsheim mit dem schönen Außengelände, inclusive Kinderspielplatz, wird gerne von unseren Mitgliedern, aber auch von Nichtmitgliedern für private Feiern gemietet.
Hier können mit unserem vereinseigenen Inventar bis zu 100 Gäste bewirtet werden, auf Anfrage ggfs. auch mehr.